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Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins bei einer Immobilienfinanzierung?

Kurzantwort

Der Sollzins ist der reine Zinssatz, den die Bank für das geliehene Geld berechnet, während der effektive Jahreszins zusätzlich bestimmte mit dem Darlehen verbundene Kosten und Zahlungsmodalitäten berücksichtigt. Für den Vergleich verschiedener Kreditangebote ist deshalb grundsätzlich der Effektivzins aussagekräftiger. Eine FAQ-Antwort liefert allgemeine Informationen – sprechen Sie uns gerne an, damit bei Ihrer Entscheidung auch Ihre persönlichen Ziele und Voraussetzungen berücksichtigt werden.

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Ausführliche Antwort

Der Sollzins ist der reine Kreditzins

Der Sollzins gibt an, mit welchem Prozentsatz die jeweils bestehende Darlehensschuld verzinst wird.

Ein einfaches Beispiel

Bei 300.000 Euro Restschuld und 4 % Sollzins entstehen für einen ersten Überschlag 12.000 Euro Zinsen pro Jahr, wobei die tatsächlichen Zinsen bei laufender Tilgung etwas niedriger ausfallen.

Der Effektivzins berücksichtigt mehr

Der effektive Jahreszins berücksichtigt neben den Zinsen grundsätzlich auch weitere bekannte Kosten des Verbraucherdarlehens und drückt die Gesamtkosten als jährlichen Prozentsatz des Nettodarlehensbetrags aus; die Berechnung ist in § 16 der Preisangabenverordnung gesetzlich geregelt.

Nicht sämtliche Kaufkosten gehören hinein

Beispielsweise werden nach der Preisangabenverordnung bestimmte Kosten des Immobilienerwerbs wie Notarkosten und Gebühren für die Eintragung der Eigentumsübertragung nicht in den effektiven Jahreszins des Darlehens eingerechnet.

Der Effektivzins eignet sich besser zum Kreditvergleich

Auch Finanztip zum effektiven Jahreszins empfiehlt für den Kreditvergleich den Effektivzins, weil er gegenüber dem reinen Sollzins zusätzliche Kosten und den Zahlungsrhythmus berücksichtigt.

Die Angebote müssen trotzdem vergleichbar sein

Zwei Finanzierungen sollten insbesondere hinsichtlich Darlehensbetrag, Zinsbindung, Tilgung und sonstiger Vertragsbedingungen möglichst vergleichbar sein, bevor allein aus einem niedrigeren Effektivzins auf das bessere Gesamtangebot geschlossen wird.

Die Bundesbank verwendet ebenfalls Effektivzinssätze

Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht für Wohnungsbaukredite Effektivzinssätze einschließlich Kosten und verwendet diese damit auch für die statistische Darstellung von Finanzierungskonditionen.

Kleine Zinsunterschiede können viel Geld bedeuten

Bei hohen Darlehenssummen können bereits wenige Zehntelprozentpunkte über viele Jahre erhebliche Auswirkungen auf Zinskosten, Monatsrate und Restschuld haben.

Aus unserer Beraterpraxis

Wir schauen zuerst auf den Effektivzins

Wenn uns zwei Banken Finanzierungsangebote vorlegen, würden wir nicht nur die groß dargestellten Sollzinsen miteinander vergleichen. Für einen ersten Kostenvergleich ist der Effektivzins wesentlich hilfreicher.

Ein niedriger Sollzins kann optisch attraktiver wirken

Bank A kann beispielsweise einen Sollzins von 3,80 % und Bank B von 3,85 % anbieten. Wenn aufgrund unterschiedlicher weiterer Kosten der Effektivzins bei Bank A trotzdem höher liegt, ist das vermeintlich günstigere Angebot nicht automatisch tatsächlich günstiger.

Trotzdem entscheidet nicht nur eine einzige Prozentzahl

Ein Finanzierungsvorschlag kann einen geringfügig höheren Effektivzins haben und dafür beispielsweise bessere Sondertilgungsmöglichkeiten, einen flexibleren Tilgungssatzwechsel oder andere für den Anleger wichtige Vertragsbedingungen bieten.

Auch die Zinsbindung gehört in den Vergleich

3,5 % Effektivzins mit zehn Jahren Zinsbindung lassen sich nicht sinnvoll allein mit 3,7 % bei zwanzig Jahren Zinsbindung vergleichen. Die längere Zinssicherheit besitzt schließlich ebenfalls einen wirtschaftlichen Wert.

Wenige Zehntelprozentpunkte werden bei großen Krediten relevant

Bei 500.000 Euro Darlehen entsprechen bereits 0,1 Prozentpunkte zunächst rund 500 Euro Zinsdifferenz pro Jahr. Deshalb lohnt sich bei größeren Finanzierungen ein sorgfältiger Konditionsvergleich besonders.

Wir vergleichen deshalb das Gesamtpaket

Uns interessieren Sollzins, Effektivzins, Monatsrate, Zinsbindung, Tilgung, Sondertilgungsrechte und Restschuld gemeinsam. Erst daraus lässt sich beurteilen, welches Angebot zur jeweiligen Finanzierung am besten passt.

Sollzins und Effektivzins gehören zu den absoluten Grundlagen jeder Immobilienfinanzierung. Wer den Unterschied versteht, kann Kreditangebote wesentlich besser vergleichen und vermeidet es, sich allein von einem besonders niedrig dargestellten Sollzins beeindrucken zu lassen.

Eine FAQ-Antwort kann Zusammenhänge erklären, doch erst der Blick auf Ihre persönliche Situation schafft wirkliche Klarheit.

Weiterführende Quellen

Bundesministerium der Justiz – § 16 PAngV: Berechnung des effektiven Jahreszinses

Finanztip – Effektiver Jahreszins und Unterschied zum Sollzins

Deutsche Bundesbank – Effektivzinssätze für Wohnungsbaukredite

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