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Deutsche Kapitalanlage-Immobilien

Was ist die Break-even-Auslastung einer Kapitalanlageimmobilie und wie wird sie berechnet?

Kurzantwort

Die Break-even-Auslastung zeigt, wie hoch der Vermietungsgrad mindestens sein muss, damit die laufenden Kosten und der Kapitaldienst der Immobilie aus ihren Mieteinnahmen gedeckt werden. Liegt die Break-even-Auslastung beispielsweise bei 75 %, können rechnerisch bis zu 25 % der möglichen Mieteinnahmen ausfallen, bevor der laufende Cashflow negativ wird. Eine FAQ-Antwort kann eine wichtige Frage klären – sprechen Sie uns gerne an, damit auch Ihre persönliche Situation in die Entscheidung einfließt.

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Ausführliche Antwort

Die Formel

Vereinfacht wird gerechnet:

Break-even-Auslastung = ( laufende Eigentümerkosten + jährlicher Kapitaldienst ) ÷ maximal mögliche jährliche Mieteinnahmen × 100

Im internationalen Immobilienbereich wird diese Kennzahl insbesondere verwendet, um zu messen, wie viel Leerstand eine Immobilie verkraften kann, bevor ihre laufenden Einnahmen Kosten und Schuldendienst nicht mehr decken.

Ein einfaches Beispiel

Bei vollständiger Vermietung wären jährlich 24.000 Euro Nettokaltmiete möglich.

Nicht umlagefähige beziehungsweise für die Berechnung angesetzte laufende Kosten:

6.000 Euro

Jährlicher Kapitaldienst aus Zins und Tilgung:

12.000 Euro

Damit:

( 6.000 € + 12.000 € ) ÷ 24.000 € = 75 %

Die Immobilie benötigt also rechnerisch eine Break-even-Auslastung von 75 %.

Was bedeutet das praktisch?

Die Immobilie könnte in dieser vereinfachten Rechnung 25 % ihrer möglichen Mieteinnahmen verlieren, bevor der laufende Cashflow unter null fällt.

Bei einer einzelnen Wohnung entsprechen 75 % rechnerisch ungefähr:

9 vermieteten Monaten von 12 Monaten.

Je niedriger, desto größer grundsätzlich der Puffer

Eine Break-even-Auslastung von 65 % bietet wesentlich mehr Spielraum für Mietausfall oder Leerstand als eine Kennzahl von 95 %. Einen universell „guten“ Grenzwert gibt es jedoch nicht; entscheidend sind Objekt, Markt, Finanzierung und die verwendete Kostenabgrenzung.

Die Break-even-Leerstandsquote ist das Gegenstück

Bei einer Break-even-Auslastung von 75 % beträgt die rechnerische maximale Leerstands- beziehungsweise Einnahmeausfallquote:

100 % − 75 % = 25 %

Oberhalb dieses Ausfalls würde das Objekt in der verwendeten Berechnung zusätzliche Liquidität vom Eigentümer benötigen.

Bei einer einzelnen Eigentumswohnung nur eingeschränkt wörtlich nehmen

Bei einem Mehrfamilienhaus mit vielen Wohnungen kann beispielsweise dauerhaft eine Auslastung von 90 % bestehen. Eine einzelne Wohnung ist dagegen entweder vermietet oder leer.

Deshalb ist die Break-even-Auslastung bei einer einzelnen Kapitalanlagewohnung vor allem eine rechnerische Risikokennzahl über einen längeren Zeitraum.

Auch die Kostenabgrenzung muss klar sein

Je nachdem, ob beispielsweise Instandhaltungspuffer, Verwaltung oder andere Eigentümerkosten einbezogen werden, verändert sich die Kennzahl. Vergleiche sind deshalb nur sinnvoll, wenn dieselbe Berechnungsmethode verwendet wird.

Verbindung zur Break-even-Miete

Beide Kennzahlen beantworten dieselbe wirtschaftliche Grundfrage aus unterschiedlichen Richtungen:

Break-even-Miete: Wie hoch muss die Miete sein?

Break-even-Auslastung: Wie viel der möglichen Miete muss tatsächlich eingehen?

Aus unserer Beraterpraxis

Diese Kennzahl macht Leerstandsrisiko sehr greifbar

„Wir haben ein Leerstandsrisiko“ ist zunächst abstrakt.

Die Aussage „Die Immobilie trägt sich noch, wenn 20 % der möglichen Jahresmiete ausfallen“ ist wesentlich konkreter.

Uns interessiert der Abstand zur normalen Vermietung

Angenommen, für das Objekt wird langfristig eine tatsächliche Auslastung von 97 % erwartet:

erwartete Auslastung: 97 %

Break-even-Auslastung: 75 %

Sicherheitsabstand: 22 Prozentpunkte

Das wäre ein deutlich größerer Puffer als bei einer Break-even-Auslastung von beispielsweise 93 %.

95 % Break-even würden wir kritisch hinterfragen

Dann dürfte praktisch kaum etwas schiefgehen. Schon ein kurzer Leerstand, Mietausfall oder höhere Kosten könnten einen zusätzlichen privaten Zuschuss notwendig machen.

Bei einer einzelnen Wohnung rechnen wir lieber zusätzlich in Monaten

Ein Anleger versteht häufig noch schneller:

„Wie viele Monate ohne Miete kann ich innerhalb eines Jahres verkraften?“

Deshalb würden wir Prozentwert und Monatsbetrachtung miteinander kombinieren.

Der Anschlusszins gehört in einen zweiten Durchlauf

Steigt der zukünftige Kapitaldienst, steigt automatisch auch die Break-even-Auslastung.

Aus beispielsweise 75 % können nach einer teureren Anschlussfinanzierung plötzlich 85 % werden. Damit wird das Zinsrisiko unmittelbar sichtbar.

Niedrige Break-even-Auslastung ist trotzdem kein Qualitätsbeweis

Eine Immobilie kann einen großen Liquiditätspuffer besitzen und trotzdem hinsichtlich Lage, Kaufpreis oder langfristiger Wertentwicklung unattraktiv sein. Die Kennzahl bewertet nur einen Teilbereich.

Als Ergänzung zu Cashflow, DSCR und Break-even-Miete halten wir die Break-even-Auslastung für eine sehr verständliche Risikokennzahl. Sie beantwortet letztlich die wichtige Frage: Wie viel Einnahmeausfall kann meine Kalkulation verkraften, bevor ich eigenes Geld nachschießen muss?

Eine FAQ-Antwort behandelt das Allgemeine – sprechen Sie uns gerne an, wenn es um die Besonderheiten Ihres Vorhabens geht.

Weiterführende Quellen

PropertyMetrics – Berechnung und Bedeutung der Break-even Occupancy Ratio

Grundformel und Einordnung der Break-even-Auslastung

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