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Deutsche Kapitalanlage-Immobilien

Was ist der Zinsdeckungsgrad ( ICR ) bei einer Kapitalanlageimmobilie und wie wird er berechnet?

Kurzantwort

Der Zinsdeckungsgrad ( ICR – Interest Coverage Ratio ) zeigt, wie oft die laufenden Immobilienerträge die jährlichen Kreditzinsen decken. Ein ICR von 2,0 bedeutet beispielsweise, dass der für die Berechnung verwendete Immobilienertrag doppelt so hoch ist wie die Zinsbelastung. Eine FAQ-Antwort liefert allgemeine Informationen – sprechen Sie uns gerne an, damit bei Ihrer Entscheidung auch Ihre persönlichen Ziele und Voraussetzungen berücksichtigt werden.

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Ausführliche Antwort

Die Grundformel

Vereinfacht:

ICR = Immobilienertrag ÷ jährliche Zinskosten

Der Zinsdeckungsgrad beantwortet damit die Frage: Wie viel Puffer besteht zwischen dem Ertrag der Immobilie und den darauf entfallenden Kreditzinsen?

Ein einfaches Beispiel

Verwendeter jährlicher Immobilienertrag:

16.000 Euro

Jährliche Kreditzinsen:

8.000 Euro

Damit:

16.000 € ÷ 8.000 € = ICR 2,0

Die Zinsen sind rechnerisch zweifach gedeckt.

Was bedeutet ICR 1,0?

Bei einem Zinsdeckungsgrad von 1,0 entspricht der angesetzte Immobilienertrag genau den jährlichen Zinskosten.

Unterhalb von 1,0 reicht der verwendete Ertrag nicht mehr aus, um allein die Zinsen vollständig zu decken.

Je höher, desto größer grundsätzlich der Sicherheitspuffer

Ein ICR von 2,5 bietet gegenüber steigenden Zinsen oder sinkenden Einnahmen deutlich mehr Puffer als beispielsweise 1,1. Einen universell optimalen Wert gibt es jedoch nicht.

Wichtig: Die Berechnungsmethode kann unterschiedlich sein

Bei bestimmten europäischen Kennzahlendefinitionen für vermietete Wohnimmobilien werden beispielsweise Bruttomieteinnahmen durch Zinskosten geteilt. In anderen Immobilien- und Unternehmensanalysen wird dagegen ein um laufende Kosten bereinigter Ertrag verwendet.

Deshalb sollte bei einem ICR immer klar angegeben werden, welcher Ertragswert im Zähler verwendet wurde.

Unterschied zum DSCR

Der entscheidende Unterschied:

ICR → betrachtet nur die Zinsen

DSCR → betrachtet Zinsen und Tilgung beziehungsweise den gesamten Schuldendienst

Deshalb kann eine Immobilie einen komfortablen Zinsdeckungsgrad besitzen und trotzdem aufgrund einer hohen Tilgung einen angespannten laufenden Cashflow haben.

Der ICR eignet sich hervorragend für einen Zins-Stresstest

Steigen die jährlichen Zinsen im Beispiel von 8.000 auf 12.000 Euro, verändert sich die Kennzahl:

16.000 € ÷ 12.000 € = ICR 1,33

Der Sicherheitspuffer wäre damit deutlich kleiner.

Auch Banken verwenden Zinsdeckungskennzahlen

Gerade bei professionellen Immobilienfinanzierungen gehören Zinsdeckungsgrad, Kapitaldienstfähigkeit und Beleihungskennzahlen zu den typischen Größen zur Beurteilung des Finanzierungsrisikos.

Aus unserer Beraterpraxis

Uns interessiert besonders der Abstand zu 1,0

Ein ICR von 1,05 bedeutet praktisch: Die Zinsen werden zwar rechnerisch gedeckt, aber es existiert kaum Sicherheitspuffer.

Ein deutlich höherer Wert ist robuster.

Noch interessanter finden wir den Stresswert

Beispielsweise:

heutiger ICR: 2,0

bei +1 Prozentpunkt Zins: 1,60

bei +2 Prozentpunkten Zins: 1,33

Damit sieht ein Anleger unmittelbar, wie empfindlich seine Finanzierung auf steigende Zinsen reagiert.

Daraus lässt sich sogar ein kritischer Zinssatz berechnen

Wenn der für die Berechnung verwendete Immobilienertrag beispielsweise 16.000 Euro beträgt, liegt die absolute Zinsgrenze für ICR = 1,0 ebenfalls bei 16.000 Euro jährlichen Zinsen.

Bei einer Restschuld von 250.000 Euro entspräche das rechnerisch:

16.000 € ÷ 250.000 € = 6,4 % Zins

Spätestens oberhalb davon wäre der Zinsaufwand in dieser vereinfachten Betrachtung höher als der verwendete Immobilienertrag.

Tilgung dürfen wir trotzdem nicht vergessen

Ein guter ICR kann beruhigend aussehen, obwohl Zins plus Tilgung den Anleger monatlich stark belasten. Deshalb würden wir den ICR niemals isoliert betrachten.

Besonders sinnvoll zusammen mit DSCR und Cashflow

Diese drei Zahlen beantworten unterschiedliche Fragen:

ICR: Werden die Zinsen gut gedeckt?

DSCR: Wird der gesamte Kapitaldienst gut gedeckt?

Cashflow: Was bleibt tatsächlich monatlich übrig beziehungsweise was muss zugeschossen werden?

Für eine private Kapitalanlageimmobilie ist der Zinsdeckungsgrad keine alleinige Kaufkennzahl. Als leicht berechenbare Messgröße für Zinsrisiko und Finanzierungspuffer halten wir ihn jedoch für sehr nützlich.

Eine FAQ-Antwort kann vieles verständlicher machen, doch eine gute Entscheidung sollte immer Ihre persönlichen Voraussetzungen berücksichtigen.

Weiterführende Quellen

EUR-Lex – Definition der Zinsdeckungsquote bei Renditeimmobilien

IHK Regensburg – Zinsdeckungsgrad als Kennzahl zur Risikobeurteilung

Verband deutscher Pfandbriefbanken – Finanzkennzahlen bei Immobilienfinanzierungen

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