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Deutsche Kapitalanlage-Immobilien

Was ist der Leverage-Effekt bei einer Kapitalanlageimmobilie und wie wird er berechnet?

Kurzantwort

Der Leverage-Effekt oder Fremdkapitalhebel beschreibt, wie sich der Einsatz von Fremdkapital auf die Eigenkapitalrendite auswirkt. Liegt die Rendite der Immobilie über den Fremdkapitalkosten, kann zusätzliches Fremdkapital die Eigenkapitalrendite erhöhen – liegt sie darunter, wirkt der Hebel in die entgegengesetzte Richtung. Eine FAQ-Antwort kann eine wichtige Frage klären – sprechen Sie uns gerne an, damit auch Ihre persönliche Situation in die Entscheidung einfließt.

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Ausführliche Antwort

Die vereinfachte Formel

Eigenkapitalrendite = Gesamtkapitalrendite + ( Gesamtkapitalrendite − Fremdkapitalzins ) × Fremdkapital ÷ Eigenkapital

Der entscheidende Wert ist damit die Differenz zwischen Objektrendite und Fremdkapitalzins.

Beispiel für einen positiven Hebel

Gesamtkapital:

300.000 Euro

Gesamtkapitalrendite:

6 %

Fremdkapital:

200.000 Euro

Eigenkapital:

100.000 Euro

Fremdkapitalzins:

4 %

Damit:

6 % + ( 6 % − 4 % ) × 200.000 ÷ 100.000 = 10 %

Die rechnerische Eigenkapitalrendite steigt durch den Fremdkapitaleinsatz von 6 % auf 10 %.

Warum funktioniert das?

Die Immobilie erwirtschaftet im Beispiel rechnerisch 6 %, während das Fremdkapital nur 4 % kostet. Diese positive Differenz von 2 Prozentpunkten arbeitet zusätzlich für das Eigenkapital.

Der Hebel funktioniert auch rückwärts

Steigt der Fremdkapitalzins im gleichen Beispiel auf 7 %, ergibt sich:

6 % + ( 6 % − 7 % ) × 2 = 4 %

Die Eigenkapitalrendite sinkt damit auf 4 %.

Mehr Fremdkapital bedeutet mehr Hebel

Je höher das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital, desto stärker wirkt eine positive oder negative Renditedifferenz auf das Eigenkapital. Genau deshalb erhöht eine hohe Finanzierung nicht nur die Renditechance, sondern auch das Risiko.

Tilgung und Cashflow sind darin noch nicht vollständig enthalten

Die klassische Leverage-Formel ist eine vereinfachte Rentabilitätsbetrachtung. Für eine Kapitalanlageimmobilie müssen zusätzlich unter anderem Tilgung, Liquiditätsbelastung, nicht umlagefähige Kosten, Leerstand, Steuern und mögliche Anschlusszinsen betrachtet werden.

Deshalb ist der Leverage-Effekt keine alleinige Kaufkennzahl

Ein mathematisch attraktiver Fremdkapitalhebel sagt noch nicht, ob die monatliche Finanzierung dauerhaft problemlos tragbar ist.

Aus unserer Beraterpraxis

Der Fremdkapitalhebel ist einer der wichtigsten Gründe für Immobilieninvestments

Wer eine Immobilie vollständig aus Eigenkapital bezahlt, erzielt ausschließlich die Rendite auf sein eigenes Kapital.

Durch eine Finanzierung kann dagegen zusätzlich mit Fremdkapital investiert werden – und genau daraus entsteht der Hebeleffekt.

Deshalb kann weniger Eigenkapital mathematisch attraktiver sein

Wenn eine Immobilie wirtschaftlich mehr erwirtschaftet als das Fremdkapital kostet, kann ein geringerer Eigenkapitaleinsatz die prozentuale Eigenkapitalrendite deutlich erhöhen.

Aber genau hier beginnt auch das Risiko

Der Kredit muss unabhängig davon bedient werden, ob die Miete vollständig eingeht, Reparaturen entstehen oder sich der Immobilienmarkt schlechter entwickelt.

Ein kleiner Renditevorsprung wäre uns zu wenig

Wenn eine Immobilie beispielsweise 4,2 % erwirtschaftet und das Fremdkapital bereits 4,0 % kostet, ist die positive Differenz sehr gering. Schon kleine Kostenabweichungen können den positiven Leverage-Effekt verschwinden lassen.

Wir würden deshalb immer einen Stresswert rechnen

Beispielsweise:

Objektrendite 6 %, Fremdkapitalzins 4 % → positiver Hebel

Objektrendite 5 %, Fremdkapitalzins 5 % → kein Hebel

Objektrendite 4 %, Fremdkapitalzins 6 % → negativer Hebel

Damit wird das Prinzip sehr schnell verständlich.

Hohe Eigenkapitalrendite darf nicht mit hoher Sicherheit verwechselt werden

Eine stark fremdfinanzierte Immobilie kann rechnerisch eine hervorragende Eigenkapitalrendite besitzen und gleichzeitig deutlich anfälliger für Mietausfall, Zinssteigerungen und unerwartete Kosten sein.

Der Leverage-Effekt gehört für uns zu den zentralen mathematischen Prinzipien einer fremdfinanzierten Kapitalanlageimmobilie. Entscheidend ist aber nicht, den maximal möglichen Hebel zu erzeugen, sondern einen Hebel zu wählen, der auch bei ungünstigeren Entwicklungen finanziell beherrschbar bleibt.

Eine FAQ-Antwort ersetzt nicht das persönliche Gespräch – dort lassen sich Details, Prioritäten und Alternativen besser abwägen.

Weiterführende Quellen

Gabler Wirtschaftslexikon – Leverage-Effekt und Berechnungsformel

Sparkasse – Leverage-Effekt einfach erklärt

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