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Wie verändert sich die Eigenkapitalrendite bei unterschiedlichen Fremdkapitalquoten?

Kurzantwort

Bei einem positiven Leverage-Effekt steigt die rechnerische Eigenkapitalrendite mit zunehmendem Fremdkapitalanteil, weil weniger eigenes Kapital eingesetzt wird und die Immobilienrendite über den Fremdkapitalkosten liegt. Umgekehrt verstärkt eine hohe Fremdfinanzierung auch Verluste, wenn die Gesamtkapitalrendite unter den Fremdkapitalzins fällt. Eine FAQ-Antwort ist ein guter Ausgangspunkt, doch im persönlichen Gespräch lässt sich Ihre Situation genauer einordnen.

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Ausführliche Antwort

Die Formel

Vereinfacht gilt:

Eigenkapitalrendite = Gesamtkapitalrendite + ( Gesamtkapitalrendite − Fremdkapitalzins ) × Fremdkapital ÷ Eigenkapital

Entscheidend sind damit sowohl die Renditedifferenz als auch das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital.

Ein Vergleich mit derselben Immobilie

Angenommen:

Gesamtinvestition: 300.000 Euro

Gesamtkapitalrendite: 6 %

Fremdkapitalzins: 4 %

Dann ergibt sich vereinfacht:

FremdkapitalEigenkapitalFremdkapitalquoterechnerische Eigenkapitalrendite
0 €300.000 €0 %6 %
150.000 €150.000 €50 %8 %
240.000 €60.000 €80 %14 %
270.000 €30.000 €90 %24 %

Warum steigt die Rendite so stark?

Bei 80 % Fremdfinanzierung beträgt das Verhältnis:

240.000 € ÷ 60.000 € = 4

Die positive Renditedifferenz von 2 Prozentpunkten wird damit vierfach auf das Eigenkapital gehebelt:

6 % + 2 % × 4 = 14 %

Genau diese Hebelwirkung beschreibt der Leverage-Effekt.

Die Tabelle ist bewusst theoretisch

In der Realität bleibt der Fremdkapitalzins bei zunehmender Finanzierung häufig nicht zwingend identisch. Außerdem verändern sich Beleihungsauslauf, Bankkonditionen, Kapitaldienst, Liquiditätsbelastung und Risiko.

Der Hebel funktioniert auch nach unten

Liegt die Gesamtkapitalrendite beispielsweise nur bei 3 %, während das Fremdkapital 4 % kostet, verschlechtert eine höhere Fremdkapitalquote die Eigenkapitalrendite zunehmend. Der Leverage-Effekt wirkt dann negativ.

Deshalb ist die höchste Eigenkapitalrendite nicht automatisch die beste Finanzierung

Eine mathematisch sehr hohe Prozentzahl kann dadurch entstehen, dass nur sehr wenig Eigenkapital eingesetzt wird. Gleichzeitig wird das Investment anfälliger gegenüber Zinssteigerungen, Mietausfällen und unerwarteten Kosten.

Aus unserer Beraterpraxis

Wir würden mehrere Finanzierungsvarianten nebeneinander rechnen

Zum Beispiel:

60 % Finanzierung

80 % Finanzierung

90 % Finanzierung

So lässt sich unmittelbar erkennen, wie sich Eigenkapitalbedarf, Eigenkapitalrendite, Monatsrate und Restschuld verändern.

Die höchste Prozentzahl gewinnt nicht automatisch

24 % rechnerische Eigenkapitalrendite sehen auf dem Papier spektakulärer aus als 8 %. Dafür darf bei sehr geringem Eigenkapitaleinsatz auch deutlich weniger schiefgehen.

Liquidität ist trotzdem ein Argument für Fremdkapital

Mehr Eigenkapital in einer Immobilie reduziert zwar die Verschuldung, bindet aber gleichzeitig Liquidität. Diese Liquidität kann dann beispielsweise für Reserven oder weitere Investments fehlen.

Wir suchen deshalb eher einen sinnvollen Bereich

Unser Ziel wäre nicht maximale Eigenkapitalrendite um jeden Preis, sondern ein vernünftiges Verhältnis aus:

  • Eigenkapitalrendite

  • monatlicher Belastung

  • Liquiditätsreserve

  • Restschuld

  • Zinsrisiko

  • Möglichkeit weiterer Investments

Ein Stresstest gehört unmittelbar dazu

Besonders bei hohen Fremdkapitalquoten würden wir die Eigenkapitalrendite zusätzlich mit höheren Zinsen, niedrigeren Mieten und zusätzlichen Kosten berechnen.

Der Vergleich mehrerer Fremdkapitalquoten zeigt hervorragend, warum die Finanzierungsstruktur einen erheblichen Einfluss auf die Rendite eines Immobilieninvestments hat. Die richtige Fremdkapitalquote ist deshalb keine reine Renditefrage, sondern immer auch eine Risiko- und Liquiditätsentscheidung.

Eine FAQ-Antwort bietet Orientierung – welche Lösung zu Ihnen passt, lässt sich am besten in einem persönlichen Gespräch klären.

Weiterführende Quellen

Gabler Wirtschaftslexikon – Leverage-Effekt und Verschuldungsgrad

Sparkasse – Leverage-Effekt mit mehreren Finanzierungsvarianten

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