Kurzantwort
Für eine langfristige Wirtschaftlichkeitsrechnung sollte auch bei aktuell gutem Zustand ein realistischer jährlicher Betrag für Instandhaltung und Reparaturen berücksichtigt werden; eine für jede Immobilie richtige Pauschale gibt es jedoch nicht. Alter, Zustand, Ausstattung und die Abgrenzung zwischen Gemeinschafts- und Sondereigentum können den notwendigen Ansatz erheblich verändern. Eine FAQ-Antwort kann eine wichtige Frage klären – sprechen Sie uns gerne an, damit auch Ihre persönliche Situation in die Entscheidung einfließt.
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Für die Kalkulation kann zunächst gerechnet werden: jährlicher Instandhaltungsansatz = Wohnfläche × angenommene Instandhaltungskosten je m² und Jahr.
Bei einer 60-m²-Wohnung und einem kalkulatorischen Ansatz von beispielsweise 15 Euro je m² entstehen 60 × 15 € = 900 Euro jährlich beziehungsweise 75 Euro monatlich.
Der notwendige Ansatz hängt insbesondere von Alter, baulichem Zustand, Ausstattungsstandard und zukünftigem Reparaturbedarf der Immobilie ab.
Auch professionelle Immobilienbewertungsverfahren arbeiten mit pauschalierten Instandhaltungskosten je Quadratmeter; der Gutachterausschuss Essen verwendet beispielsweise in seinen Modellwerten mit Stand 1. Januar 2025 14 Euro je m² Wohnfläche und Jahr, wenn die Schönheitsreparaturen vom Mieter getragen werden.
Bei einer Eigentumswohnung muss zusätzlich zwischen dem über die WEG zu finanzierenden Gemeinschaftseigentum und möglichen Reparaturen innerhalb des eigenen Sondereigentums unterschieden werden.
Auch wenn die Wohnungseigentümergemeinschaft regelmäßig Geld für das Gemeinschaftseigentum zurücklegt, können beispielsweise Reparaturen oder Erneuerungen innerhalb der eigenen Wohnung zusätzliche Kosten verursachen.
Auch HypZert weist bei der Immobilienbewertung darauf hin, dass Objektzustand, Ausstattungsgrad und Alter bei der Bemessung von Instandhaltungskosten berücksichtigt werden müssen.
In einem Jahr können praktisch keine Reparaturen auftreten und im nächsten Jahr mehrere Tausend Euro erforderlich werden, weshalb der kalkulatorische Ansatz vor allem ein langfristiger Durchschnittswert ist.
Sind bereits konkrete größere Maßnahmen an Dach, Fassade, Heizung, Fenstern oder anderen Bauteilen erkennbar, sollten diese zusätzlich kalkuliert und nicht einfach mit einer normalen jährlichen Pauschale abgegolten werden.
Eine Kalkulation mit 0 Euro Instandhaltung kann bei einer frisch renovierten Wohnung zunächst plausibel aussehen. Über einen Anlagehorizont von zehn, zwanzig oder dreißig Jahren halten wir eine solche Annahme jedoch für unrealistisch.
Bei einer 60-m²-Wohnung entsprechen 15 Euro pro Quadratmeter und Jahr gerade einmal 75 Euro monatlich. Genau solche Beträge entscheiden aber mit darüber, ob ein vermeintlich positiver Cashflow tatsächlich belastbar ist.
Bei einem jungen, technisch guten Gebäude kann ein anderer Ansatz sinnvoll sein als bei einem älteren Objekt mit erkennbaren Verschleißerscheinungen. Besonders wichtig ist deshalb der tatsächliche Zustand des Gebäudes und der Wohnung.
Höhe der Erhaltungsrücklage, bisherige Instandhaltungen, Wirtschaftsplan und insbesondere die Protokolle früherer Eigentümerversammlungen können Hinweise darauf geben, welche größeren Maßnahmen möglicherweise bevorstehen.
In der Immobilienwirtschaft werden für langfristige Betrachtungen unterschiedliche Modelle verwendet; die sogenannte Peterssche Formel versucht beispielsweise, den langfristigen Instandhaltungsbedarf aus den Herstellungskosten eines Gebäudes abzuleiten. Haus & Grund verwendet diesen Ansatz ebenfalls in einer Untersuchung zu Renditen von Eigentumswohnungen.
Wir würden weder für jede Wohnung pauschal gewaltige Reparaturkosten unterstellen noch davon ausgehen, dass jahrzehntelang nichts passiert. Ziel ist ein realistischer Durchschnitt, der genügend Sicherheit in die Wirtschaftlichkeitsrechnung bringt.
Die Instandhaltungskosten gehören für uns zu den wichtigsten einfachen Kalkulationsgrößen, weil eine zu niedrig angesetzte Instandhaltung unmittelbar Cashflow, Nettomietrendite und langfristige Gesamtrendite zu positiv erscheinen lässt.
Eine FAQ-Antwort ersetzt nicht das persönliche Gespräch – dort lassen sich Details, Prioritäten und Alternativen besser abwägen.
Gutachterausschuss Essen – Modellwerte für Bewirtschaftungs- und Instandhaltungskosten
HypZert – Immobilienbewertung und Ansätze für Instandhaltungskosten
Haus & Grund – Rendite und Instandhaltungskosten bei Eigentumswohnungen
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, diesen Text zu lesen.
Bei weiteren Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!
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