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Deutsche Kapitalanlage-Immobilien

Was ist die Leerstandsquote einer Kapitalanlageimmobilie und wie wird sie berechnet?

Kurzantwort

Die Leerstandsquote zeigt, welcher Anteil einer Immobilie beziehungsweise welcher Zeitraum innerhalb eines Jahres nicht vermietet ist. Bei einer einzelnen Wohnung kann sie beispielsweise über die Leerstandstage berechnet werden: Leerstandstage ÷ 365 × 100. Eine FAQ-Antwort liefert allgemeine Informationen – sprechen Sie uns gerne an, damit bei Ihrer Entscheidung auch Ihre persönlichen Ziele und Voraussetzungen berücksichtigt werden.

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Ausführliche Antwort

Bei einer Wohnung zählt vor allem die Zeit

Für eine einzelne Kapitalanlagewohnung ist eine einfache zeitbezogene Berechnung besonders verständlich: Leerstandsquote = Leerstandstage ÷ mögliche Vermietungstage × 100.

Ein einfaches Beispiel

Steht eine Wohnung innerhalb eines Jahres 30 Tage leer, beträgt die Leerstandsquote vereinfacht 30 ÷ 365 × 100 = rund 8,2 %.

Bei mehreren Wohnungen wird die Rechnung erweitert

Bei einem Mehrfamilienhaus können beispielsweise die Leerstandstage aller Wohnungen ins Verhältnis zu sämtlichen möglichen Vermietungstagen aller Einheiten gesetzt werden.

Leerstand ist nicht immer gleich definiert

Das Statistische Bundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass in der amtlichen Statistik unterschiedliche Leerstandskonzepte verwendet werden, weshalb regionale Leerstandsquoten verschiedener Statistiken nicht automatisch miteinander vergleichbar sind.

Auch der wirtschaftliche Mietausfall ist wichtig

Eine Wohnung kann beispielsweise nur einen Monat leer stehen, dieser Monat verursacht aber neben der fehlenden Miete gegebenenfalls zusätzliche vom Eigentümer zu tragende Kosten; die ImmoWertV berücksichtigt vorübergehenden Leerstand deshalb ausdrücklich innerhalb des Mietausfallwagnisses.

Marktleerstand hilft bei der Standortanalyse

Für die Beurteilung eines Standortes kann zusätzlich die regionale marktaktive Leerstandsquote betrachtet werden, weil sie Hinweise darauf gibt, wie viel tatsächlich vermietbarer Wohnraum momentan ohne Nutzer ist.

Marktaktiver und gesamter Leerstand unterscheiden sich

Der CBRE-empirica-Leerstandsindex unterscheidet marktaktiven Leerstand ausdrücklich vom gesamten Wohnungsleerstand, da beispielsweise nicht unmittelbar vermietbare oder dysfunktionale Leerstände für einen Vermieter eine andere Aussagekraft besitzen.

Für die Kalkulation sollte nicht nur die Vergangenheit betrachtet werden

Eine Wohnung, die in den vergangenen fünf Jahren praktisch immer vermietet war, kann aufgrund veränderter Nachfrage, Lageentwicklung oder einer ungewöhnlich hohen Anschlussmiete zukünftig trotzdem ein höheres Leerstandsrisiko besitzen.

Leerstandsquote und Mietausfallwagnis sind nicht identisch

Die Leerstandsquote misst zunächst den tatsächlichen beziehungsweise angenommenen Umfang des Leerstands, während das Mietausfallwagnis darüber hinaus auch wirtschaftliche Risiken wie uneinbringliche Mietforderungen berücksichtigen kann.

Aus unserer Beraterpraxis

Eine Kennzahl, die man nicht erst nach dem Kauf beachten sollte

Wir würden die Leerstandsquote bereits bei der Standort- und Objektprüfung betrachten. Eine hohe Mietrendite hilft wenig, wenn die zugrunde gelegte Miete regelmäßig über längere Zeit nicht erzielt werden kann.

Bei einer einzelnen Wohnung reichen wenige Wochen

Bei nur einer Kapitalanlagewohnung wirken sich schon 30 oder 60 Leerstandstage deutlich auf das Jahresergebnis aus. Bei 60 Tagen Leerstand wären rechnerisch bereits rund 16,4 % des Jahres ohne Mieteinnahmen vergangen.

Wir rechnen lieber mit einem kleinen Sicherheitspuffer

Selbst bei guten Lagen würden wir langfristige Wirtschaftlichkeitsrechnungen nicht automatisch mit einer vollkommen lückenlosen Vermietung über Jahrzehnte aufbauen. Mieterwechsel, Renovierungszeiten oder andere Unterbrechungen können immer einmal auftreten.

Niedriger regionaler Leerstand ist grundsätzlich positiv

Eine sehr niedrige marktaktive Leerstandsquote kann auf eine hohe Wohnraumnachfrage und gute Wiedervermietbarkeit hinweisen. Sie ist für uns deshalb ein wichtiges Indiz, ersetzt aber nicht die Prüfung der konkreten Mikrolage und der jeweiligen Wohnung.

Extrem niedriger Leerstand garantiert trotzdem nichts

Auch in einem angespannten Wohnungsmarkt kann eine schlecht geschnittene, überteuerte oder in schlechtem Zustand befindliche Wohnung schwieriger zu vermieten sein. Die regionale Kennzahl sollte deshalb niemals ungeprüft auf das einzelne Objekt übertragen werden.

Der Mietpreis gehört immer dazu

Aus unserer Sicht sollte man Leerstandsquote und erzielbare Miete gemeinsam betrachten. Wer die Miete deutlich oberhalb des Marktes kalkuliert, kann eine rechnerisch hervorragende Rendite produzieren und gleichzeitig sein tatsächliches Leerstandsrisiko erhöhen.

Die Leerstandsquote ist mathematisch sehr einfach, aber wirtschaftlich enorm wichtig. Sie verbindet Standortqualität und Vermietbarkeit unmittelbar mit der tatsächlichen Rendite einer Kapitalanlageimmobilie.

Eine FAQ-Antwort liefert Wissen – im persönlichen Gespräch können wir gemeinsam klären, was davon für Ihr Vorhaben wichtig ist.

Weiterführende Quellen

Statistisches Bundesamt – Definitionen und Unterschiede beim Wohnungsleerstand

Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz – § 32 ImmoWertV: Mietausfallwagnis und vorübergehender Leerstand

empirica – CBRE-empirica-Leerstandsindex und marktaktiver Wohnungsleerstand

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