Kurzantwort
Die Schuldendienstquote zeigt, welcher Anteil des verfügbaren Einkommens für Zins- und Tilgungszahlungen aufgewendet werden muss. Vereinfacht gilt: monatlicher Schuldendienst ÷ monatliches Nettoeinkommen × 100. Eine FAQ-Antwort ist ein guter Ausgangspunkt, doch im persönlichen Gespräch lässt sich Ihre Situation genauer einordnen.
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Die Schuldendienstquote, international häufig als Debt-Service-to-Income Ratio ( DSTI ) bezeichnet, setzt die regelmäßigen Zahlungen für Zins und Tilgung ins Verhältnis zum verfügbaren Einkommen; die Europäische Zentralbank definiert die DSTI entsprechend als Verhältnis von Schuldendienstzahlungen zum verfügbaren Einkommen.
Beträgt das monatliche Nettoeinkommen 5.000 Euro und müssen insgesamt 1.500 Euro für Zins und Tilgung gezahlt werden, ergibt sich eine Schuldendienstquote von 1.500 € ÷ 5.000 € × 100 = 30 %.
Steigt die Kreditrate bei unverändertem Einkommen beispielsweise auf 2.000 Euro, erhöht sich die Quote auf 40 % und entsprechend weniger Einkommen bleibt für Lebenshaltung, Rücklagen und andere Verpflichtungen.
Für die tatsächliche Kreditprüfung werden zusätzlich Einkommen, regelmäßige Ausgaben, bestehende Kredite, Haushaltsgröße, Reserven und weitere individuelle Faktoren berücksichtigt.
Die Verbraucherzentrale erläutert, dass viele Banken als Faustregel eine Kreditrate von höchstens etwa 40 % des Nettoeinkommens empfehlen, betont gleichzeitig aber die Notwendigkeit einer vollständigen Haushaltsrechnung.
Nach der Vermögensbefragung der Deutschen Bundesbank betrug der Anteil der Zins- und Tilgungsleistungen am Netto-Haushaltseinkommen verschuldeter Haushalte im Jahr 2023 im Mittel rund 18 %.
Bei einer vermieteten Immobilie sollte zusätzlich berücksichtigt werden, welche Mieteinnahmen die Finanzierung wirtschaftlich unterstützen und welche laufenden Objektkosten beim Eigentümer verbleiben.
Die Schuldendienstquote betrachtet vor allem die Belastung des Haushalts, während beispielsweise der DSCR untersucht, wie gut der operative Ertrag der Immobilie selbst den Kapitaldienst deckt.
Je geringer der Anteil des Einkommens ist, der für bestehende Kreditverpflichtungen benötigt wird, desto größer ist grundsätzlich der finanzielle Spielraum für unerwartete Ausgaben oder veränderte Rahmenbedingungen.
Die Frage lautet ganz einfach: „Wie viel Prozent meines monatlichen Einkommens gehen für meine Kredite weg?“ Gerade vor dem Kauf einer weiteren Kapitalanlageimmobilie finden wir diese Zahl sehr hilfreich.
Bei 10.000 Euro Nettoeinkommen bleiben nach 3.000 Euro Schuldendienst noch 7.000 Euro übrig. Bei 3.000 Euro Nettoeinkommen und 900 Euro Schuldendienst beträgt die Quote ebenfalls 30 %, der absolute finanzielle Puffer ist aber deutlich kleiner.
Wir halten wenig davon, jedem Anleger pauschal zu sagen, bei 30 % sei alles gut und bei 40 % alles schlecht. Einkommen, Familiengröße, sonstige Verpflichtungen, Vermögen und vorhandene Liquiditätsreserven müssen dazugehören.
Bei einer vermieteten Wohnung würden wir zusätzlich prüfen, welcher Teil des Kapitaldienstes wirtschaftlich durch die Mieteinnahmen getragen wird. Eine persönliche Schuldendienstquote allein sagt deshalb noch nicht, ob das einzelne Objekt gut oder schlecht kalkuliert ist.
Wer bereits mehrere Finanzierungen besitzt, sollte nicht nur die Rate des neu geplanten Objekts betrachten. Entscheidend ist die gesamte bestehende Kreditbelastung im Verhältnis zu Einkommen, Mieteinnahmen und Reserven.
Besonders bei zukünftigen Anschlussfinanzierungen würden wir prüfen, wie sich die Schuldendienstquote verändert, wenn sich die monatlichen Kreditraten erhöhen. Eine heute komfortable Quote kann bei deutlich höheren Anschlusszinsen wesentlich anspruchsvoller werden.
Die Schuldendienstquote ist eine einfache und international etablierte Kennzahl für die persönliche Finanzierungsbelastung. Für Kapitalanleger würden wir sie immer gemeinsam mit Haushaltsüberschuss, Kapitaldienst der Immobilie, Cashflow und DSCR betrachten.
Eine FAQ-Antwort behandelt das Allgemeine – sprechen Sie uns gerne an, wenn es um die Besonderheiten Ihres Vorhabens geht.
Europäische Zentralbank – Definition der Debt-Service-to-Income Ratio ( DSTI )
Deutsche Bundesbank – Schuldendienst im Verhältnis zum Netto-Haushaltseinkommen
Verbraucherzentrale – Welche Kreditrate kann ich mir bei einer Immobilienfinanzierung leisten?
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, diesen Text zu lesen.
Bei weiteren Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!
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