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Deutsche Kapitalanlage-Immobilien

Was ist der interne Zinsfuß ( IRR ) bei einer Kapitalanlageimmobilie und wie aussagekräftig ist er?

Kurzantwort

Der interne Zinsfuß ( IRR – Internal Rate of Return ) zeigt die rechnerische jährliche Verzinsung einer Investition unter Berücksichtigung der Ein- und Auszahlungen über die gesamte betrachtete Haltedauer. Gerade bei Immobilien kann er aussagekräftiger sein als eine einfache Mietrendite, weil auch spätere Cashflows und ein angenommener Verkaufserlös einbezogen werden können. Eine FAQ-Antwort ist ein guter Ausgangspunkt, doch im persönlichen Gespräch lässt sich Ihre Situation genauer einordnen.

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Ausführliche Antwort

Der IRR betrachtet die gesamte Investitionsdauer

Der interne Zinsfuß ist der Zinssatz, bei dem der Kapitalwert aller zukünftigen Ein- und Auszahlungen einer Investition rechnerisch null beträgt.

Der Zeitpunkt der Zahlungen spielt eine Rolle

Anders als eine einfache Renditekennzahl berücksichtigt der IRR, wann Eigenkapital eingesetzt und wann Geld zurückfließt. Bei unregelmäßigen Zahlungszeitpunkten kann beispielsweise mit dem sogenannten XIRR beziehungsweise in der deutschen Excel-Version mit XINTZINSFUSS gerechnet werden.

Ein vereinfachtes Beispiel

Ein Anleger setzt beim Kauf 100.000 Euro Eigenkapital ein, erhält anschließend neun Jahre jeweils 2.000 Euro Netto-Cashflow und im zehnten Jahr zusätzlich zum letzten Cashflow einen Nettoverkaufserlös von 140.000 Euro.

Der daraus resultierende interne Zinsfuß beträgt vereinfacht rund 5,2 % pro Jahr.

Der Verkaufspreis beeinflusst den IRR erheblich

Wird für das Ende der Haltedauer ein höherer Verkaufspreis angenommen, steigt der berechnete IRR deutlich; fällt der Verkaufserlös geringer aus, sinkt er entsprechend. Deshalb ist der IRR nur so belastbar wie die zugrunde gelegten Annahmen.

Finanzierungs-IRR und Objekt-IRR unterscheiden

Bei einer Immobilienanalyse kann entweder die Rendite des gesamten Objekts unabhängig von der Finanzierung oder die Rendite auf das tatsächlich eingesetzte Eigenkapital betrachtet werden. Deshalb sollte immer klar angegeben werden, welche Zahlungsströme in den IRR eingeflossen sind.

Der IRR ist nicht mit der Mietrendite gleichzusetzen

Brutto- oder Nettomietrenditen betrachten im Wesentlichen eine bestimmte Jahresmiete im Verhältnis zum Kaufpreis beziehungsweise zu den Investitionskosten. Der IRR kann dagegen Kauf, laufende Überschüsse, zusätzliche Investitionen und Verkauf über viele Jahre miteinander verbinden.

In der professionellen Immobilien-Investitionsrechnung ist der IRR etabliert

Fachliteratur zur Immobilien-Investitionsrechnung behandelt den internen Zinsfuß ausdrücklich als dynamisches Verfahren neben Kapitalwert-, Cashflow- und Szenarioanalysen.

Der IRR hat auch Grenzen

Bei ungewöhnlichen Zahlungsreihen mit mehrfach wechselnden positiven und negativen Cashflows können rechnerisch mehrere interne Zinsfüße entstehen; zudem können unterschiedlich große Investitionen allein anhand des höchsten IRR falsch eingeordnet werden.

Aus unserer Beraterpraxis

Für langfristige Vergleiche sehr interessant

Wir halten den IRR für eine sehr interessante Kennzahl, wenn zwei Immobilien über beispielsweise zehn oder zwanzig Jahre miteinander verglichen werden sollen.

Aber nur mit realistischen Annahmen

Eine Rechnung kann sehr attraktiv aussehen, wenn hohe zukünftige Mietsteigerungen und starke Wertsteigerungen unterstellt werden. Das macht aber nicht automatisch die Immobilie gut – möglicherweise sind lediglich die Annahmen optimistisch.

Den Verkaufspreis besonders kritisch betrachten

Bei langfristigen IRR-Berechnungen steckt häufig ein erheblicher Teil der Gesamtrendite im angenommenen Verkaufserlös. Wir würden deshalb immer prüfen, wie stark sich der IRR verändert, wenn der spätere Verkaufspreis beispielsweise 10 oder 20 % niedriger ausfällt.

Szenarien sind wichtiger als eine einzelne Zahl

Aus unserer Sicht ist ein IRR von beispielsweise 6,0 % weniger interessant als die Frage, ob sich bei vorsichtigeren Annahmen vielleicht noch 4,5 % oder nur noch 1,5 % ergeben.

Finanzierung transparent einbeziehen

Bei fremdfinanzierten Immobilien würden wir sauber unterscheiden, ob über die Objektrendite oder über die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital gesprochen wird. Durch Fremdkapital kann der Eigenkapital-IRR deutlich steigen – ebenso aber das Risiko.

Für einen schnellen ersten Objektvergleich sind Kaufpreisfaktor, Mietrendite, Kaufpreis pro Quadratmeter und Cashflow meist leichter verständlich. Für eine umfassende langfristige Investitionsentscheidung kann der IRR dagegen zu den aussagekräftigsten Renditekennzahlen gehören, sofern die Berechnung transparent und die Annahmen realistisch sind.

Eine FAQ-Antwort kann Zusammenhänge erklären, doch erst der Blick auf Ihre persönliche Situation schafft wirkliche Klarheit.

Weiterführende Quellen

Microsoft – Interner Zinsfuß / IKV

Microsoft – XINTZINSFUSS bei unregelmäßigen Zahlungszeitpunkten

Haufe – Interne Zinsfußmethode

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