Kurzantwort
Im Streitfall muss grundsätzlich der Vermieter beweisen, dass die Betriebskostenabrechnung dem Mieter rechtzeitig zugegangen ist. Besonders belastbar sind beispielsweise eine persönliche Übergabe gegen Empfangsbestätigung oder der dokumentierte Einwurf durch einen Boten, der auch den Inhalt des Schreibens kennt. Eine FAQ-Antwort ist ein guter Ausgangspunkt, doch im persönlichen Gespräch lässt sich Ihre Situation genauer einordnen.
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Für eine Betriebskostennachforderung muss die Abrechnung dem Mieter innerhalb der Zwölf-Monats-Frist tatsächlich zugehen; die rechtzeitige Absendung allein genügt nicht.
§ 556 BGB – Betriebskosten und Abrechnungsfrist
Bestreitet der Mieter den Zugang, begründet allein die Aufgabe eines gewöhnlichen Briefs bei der Post grundsätzlich keinen ausreichenden Nachweis dafür, dass die Abrechnung tatsächlich und rechtzeitig angekommen ist.
Besonders praktikabel ist die Zustellung durch einen zuverlässigen Boten, der die Betriebskostenabrechnung beziehungsweise deren Inhalt kennt, den Einwurf in den richtigen Hausbriefkasten persönlich vornimmt und Datum, Uhrzeit sowie Anschrift unmittelbar dokumentiert.
Bei einem Einwurf-Einschreiben reicht der bloße Einlieferungsbeleg nicht als Zugangsbeweis; ein ordnungsgemäßer Auslieferungsbeleg, der den Einwurf dokumentiert, kann dagegen einen Anscheinsbeweis für den Zugang begründen.
Trifft der Zusteller den Mieter nicht an und holt dieser das hinterlegte Einschreiben nicht ab, ist grundsätzlich noch kein Zugang erfolgt, sodass diese Zustellungsart kurz vor Fristablauf riskant sein kann.
Wird die Abrechnung persönlich übergeben und bestätigt der Mieter schriftlich den Erhalt mit Datum, lässt sich der Zugang besonders einfach dokumentieren.
Wenn sich aus der Betriebskostenabrechnung beispielsweise eine Nachzahlung von mehreren Hundert oder Tausend Euro ergibt, würden wir uns nicht darauf verlassen, dass ein gewöhnlicher Brief schon ankommen wird.
Wir halten den dokumentierten Briefkasteneinwurf durch einen Boten häufig für eine sehr praktikable Variante. Wichtig wäre uns, dass der Bote nicht nur irgendeinen verschlossenen Umschlag einwirft, sondern im Streitfall auch bestätigen kann, welches konkrete Schreiben zugestellt wurde.
Noch besser ist es, die Zustellung gar nicht erst zu einer Beweisfrage auf den letzten Metern werden zu lassen. Wir würden Betriebskostenabrechnungen möglichst mit ausreichendem zeitlichen Puffer verschicken und bei einer relevanten Nachforderung zusätzlich einen belastbaren Zugangsnachweis schaffen.
Eine FAQ-Antwort liefert Wissen – im persönlichen Gespräch können wir gemeinsam klären, was davon für Ihr Vorhaben wichtig ist.
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, diesen Text zu lesen.
Bei weiteren Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!
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